Vernissage

Ausstellung von

Karin Birner & Anita Kaiser-Petzenka.
turn shit into roses - Outsider Art aus Nürnberg und Ansbach (D)


Vernissage am 06. Oktober 2010
um 19:00 Uhr in der Galerie KoKo




„turn shit into roses“ ist nicht nur der Titel eines Werkes von Anita Kaiser-Petzenka, sondern gleichzeitig eine Zusammenfassung all dessen, was Malerei für die beiden mittlerweile arrivierten Outsider-Künstler-innen aus Nürnberg bzw. Ansbach ausmacht. Sie ist Kunst und Bearbeitung persönlicher Themen zugleich.

Die Werke von Karin Birner (geb. 1963), die sie seit Beginn der 90er Jahre mit dem Künstlernamen KOMAMOK signiert, und Anita Kaiser-Petzenka (geb. 1971) umkreisen den Menschen und die ihm möglichen Gefühlsextreme in immer neuen Variationen. Dabei stellen die beiden Künstlerinnen treffsicher nicht nur individuelle Erlebenswelten dar, sondern thematisieren gesamtgesellschaftliche Zustände.

Birners zumeist auf klare große Formen reduzierte Selbstportraits in extremen Situationen greifen Themen wie Einsamkeit, Isolation und Beziehungslosigkeit des postmodernen Individuums auf. Viele ihrer Gestalten wirken auf den ersten Blick melancholisch, zurückgezogen oder wie in einen tiefen Schlaf versunken. Doch dies ist nur eine Seite von Birners Werk – immer wieder geht es gleichzeitig um ein Aufbegehren gegen alle Widrigkeiten („Work, don’t cry“) und ein Sich-Aufbäumen gegen den depressiven Sog nach unten.

Auch Kaiser-Petzenkas Bilder stellen sich mit aller Macht gegen eigene und gesellschaftliche Bremsen („Mir darf es gut gehen“). Ihre comichaft anmutenden narrativen Anhäufungen von kleinen Figuren, Tieren und Symbolen sind nicht selten mit politischen Botschaften aufgeladen. Sie werden so zu Abbildern eines inneren Antriebs, eines „Zeitdrucks“, der häufig auch an äußere Bedingungen geknüpft ist („Deutschland – Sozialstaat?! Vor die Hunde gehen …“).

Beide Künstlerinnen adressieren auf sehr direkte Art und Weise politische, sozioökonomische und psychische Fragen und tun somit das, was Outsider Art im besten Falle immer tut: Sie rüttelt auf und fesselt durch ihre Einzigartigkeit. Die klare und kräftige Farbigkeit trägt dabei besonders zur Ausdruckskraft der individuellen Werke bei. „turn shit into roses“ – das ist nicht zuletzt die humorvolle Anspielung auf einen künstlerisch-spielerischen Umgang mit Krisen jeglicher Art.

Text: Dagmar Weidinger (Kuratorin)



Presse


Programm am 06. Oktober 2010 ab 19.00 Uhr

  • Willkommen durch den Galeristen Prof. G. Koch

  • Vorstellung des Werkes der personlich anwesenden Kunstlerinnen durch die Kuratorin Dr. Dagmar Weidinger

  • Gesprach mit Karin Birner und Anita Kaiser-Petzenka

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